Süßstoff – die leichtere Süße im Leben?

suessstoffSüßstoffe versprechen leichten Genuss bei voller Süße und scheinen so die Alternative für alle zu sein, die auf ihr Gewicht achten wollen. Doch lässt sich Zucker problemlos damit ersetzen? Was du zu Süßstoff wissen solltest:

Was sind Süßstoffe?

Süßstoffe werden industriell hergestellt, entweder auf Basis natürlicher Rohstoffe (z.B. Stevia) oder sie werden synthetisch erzeugt. Dabei haben die Endprodukte eine vielfache (5-1000x) Süßkraft im Vergleich zu Haushaltszucker, bringen aber einen geringeren Brennwert (=weniger Kalorien pro Gramm) da der Körper diese Art der Energie nicht verwerten kann. Derzeit sind in der EU zehn Süßstoffe als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen. Da Süßstoffe häufig einen Beigeschmack neben der eigentlichen Süße aufweisen, werden sie in Fertigprodukten häufig zusammen mit anderen Süßungsmitteln verwendet. Anwendung finden sie vor allem in Diät/Light-Produkten oder als Tafelsüßstoff.

Sind Süßstoffe bedenkenlos einzusetzen?

Süßstoffe werden vor ihrer Zulassung auf gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft, dennoch bestehen für alle Arten Werte für die täglich akzeptable Menge (Acceptable Daily Intake, ADI). Gelegentliche Überschreitungen sind zwar nicht gesundheitsgefährlich können aber zu Nebenwirkungen führen. Zu beachten sind die Grenzwerte allerdings für Kinder, da sie aufgrund geringerem Körpergewicht kleinere Mengen an Süßstoffen einhalten sollten, diese aber durch Standardportionsgrößen an Diät-Limonaden und Süßwaren schneller überschritten werden können.

Da auf Zutatenlisten nur angegeben werden muss, dass ein oder mehrere Süßstoffe verwendet werden (häufig auch unter den E-Nummern 950-962), nicht aber in welcher Menge sie im Produkt enthalten sind, kann es schwierig sein, den Referenzwert einzuhalten, wenn viele Fertigprodukte verzehrt werden. Du solltest darauf achten, welche Produkte Süßstoffe enthalten und versuchen diese nicht in Massen  bzw. kombiniert zu konsumieren.

Es gibt verschiedene Meinungen die gegen Süßstoff sprechen. Dazu gehört, dass einige Studien Korrelationen zwischen Süßstoffaufnahme und Krebs, sowie neurologischen Befunden wie Depressionen zeigen. (Die meisten dieser Studien beruhen auf der Verwendung von Aspartam E951). Diese Studien werden kontrovers diskutiert, denn es gibt ebenso Parteien, die auf chemischer Ebene und mit Studien zeigen können, dass innerhalb der Grenzwerte keine Gesundheitsgefahr besteht.

(Hinweis: es gibt Erkrankungen, bei welchen die Aufnahme des Süßstoff Aspartam vermieden werden sollte)

Wie wird Zucker durch Süßstoff ersetzt?

In Maßen genossen können Süßstoffe dir helfen, deine Kalorienaufnahme zu reduzieren und z.B. in Kaugummis das Kariesrisiko senken. Im Handel findest du verschiedene Formen: Tabletten, Streusüße und Flüssigsüße. Je nach Anwendungsgebiet eignen sich bestimmte Süßstoffe und bestimmte Darreichungsformen. Auf der Packung ist angegeben welchen Umrechnungsfaktor du in Bezug auf Zucker beachten solltest und auch für welches Anwendungsgebiet der einzelne Süßstoff geeignet ist. Ließ vor dem Kauf aufmerksam, welche Einschränkungen du beachten solltest (z.B. sind nicht alle Süßstoffe hitzestabil und damit nicht zum backen/kochen geeignet). Durch die höhere Süßkraft sind auch geringe Mengen bei Rezepten notwendig, was beim backen ein Problem darstellen kann, denn dadurch geht beeinflusst sich auch die Konsistenz des Endproduktes und die Gesamtmasse. Einige Hersteller stellen deshalb Süßstoffe in einer Zusammensetzung her, dass die Backeigenschaften von Zucker möglichst nachempfunden werden. Du kannst aber auch deine Rezepte so anpassen, dass du Zucker und Süßstoff mischst. Süßstoffe bräunen allerdings beim backen nicht wie Zucker.

Hilft Süßstoff beim Abnehmen?

Süßstoffe haben eine höhere Süßkraft und sind dadurch in geringeren Mengen ausreichen für die gleiche Süße, zusätzlich liefern sie weniger bis keine Kalorien. Dies kann in einer ausbalancierten Ernährung dazu beitragen das Körpergewicht zu reduzieren, wenn freie Zucker durch diese ersetzt werden. Sie lösen außerdem keine glykämische Reaktion aus (mehr zu: Glykämischer Index).

Trotz dem kalorischen Vorteil zeigen einige Studien* dass die Süßstoffaufnahme zu verstärktem Hunger führen kann, was die Schlussfolgerung brachte, dass die eingesparte Energie in der Folge kompensiert wird. Es gibt allerdings auch gegensätzliche Nachweise die eine Einsparung der Kalorien bei Probanden zeigen. Des weiteren gibt es Thesen, welche den Süßgeschmack als Reiz im Hirn betrachten und daraus ableiten, dass das Hirn zwar das Signal von Energie erhält aber schließlich leer ausgeht und auch der Magen-Darm-Trakt keine Sättigungssignale aussendet, was das Gehirn mit zusätzlichem Hunger gegensteuern lässt.

Süßstoffe können durch ihre hohe Süßkraft allerdings auch unser Geschmacksempfinden für Süßes beeinflussen und uns auf unnatürliche Süße konditionieren, was in der Folge natürliche Lebensmittel wie reifes Obst fad erscheinen lässt.

Was ist nun meine Empfehlung und wie gehe ich mit Süßstoffen um? Ich halte Süßstoff in Maßen für vertretbar, verwende solche aber nur in Verbindung mir einer tatsächlichen Energieaufnahme, also z.B. zum Süßen von Speisen aber nicht in kalorienfreien Getränken. Durch dieses Vorgehen komme ich nicht in eine Situation in der sich mein Gehirn ausgetrickst fühlt. Wenn du Süßstoffe verwenden möchtest, dann sollte dir bewusst sein, dass du durch das einsparen an Kalorien durch das Süßungsmittel trotzdem nicht mehr oder größere Portionen zu dir nehmen solltest, da dies den Einspareffekt zu Nichte macht und gar gegenläufig wirken kann. Süßstoff kann als kalorienfreie/-arme Süße aber nur in einer ausgewogenen Ernährung wirken, da es selbst keinerlei Nährstoffe bietet.

Wenn du gerne wissen möchtest, welche Süßstoffe empfehlenswert sind, dann möchte ich auf den Vergleich von Dr. Greger verweisen, welcher Erythritol (auch Sukrin, Xucker, E968) und Stevia (E960) als „harmlos“ einstuft.

Wie gehst du mit Süßstoff um? Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema hast, freue ich mich über einen Kommentar oder eine Mail von dir.


*Blundell & Hill (1986), Rogers & Blundell (1989), de la Hunty et al. (2006)
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